Was ich hier in COMPUSERVE gefunden habe, hat mir so gut gefallen, da ich es Euch (Deutschen) nicht vorenthalten will. Ich habe mir daher die Arbeit gemacht, und den Schrott bersetzt. Helmut Jungkunz ------------------ cut here ------------------------------------- Die nachfolgende Message-Serie stammt von dem ehemaligen CBM Entwickler Bil Herd (Compuserve: 71155,533). Sie reprsentieren einen faszinierenden Einblick "hinter die Kulissen" bei COMMODORE, als der C128 entstand. Viel Spa! Diese Datei wird in Abstnden ergnzt, je nachdem, was Bil noch schickt. --*--*--*--*--*-- 03-Jan-93 00:09:52 Interesse an Geschichte? Schon mal was vom Chuck Peddal Special Kontakt gehrt? Wenn man die original (handgezeichneten!) Schaltplne des 6502 herauszieht, gibt es ein ungewhnliches Feld mit der Bezeichnung CPS. Das wurde dann irgendwann zum Set Overflow Kontakt (SO) von bekannter 1541 Anwendung. Die VIC Modi sind eigentlich recht ordentlich dokumentiert an solchen Stellen wie etwa dem C64 und C128 Programmer's Reference Guide. Meinen Sie Speicher-Aufteilung oder VIC Arbeits-Modi wie den berhmten Multi-Color-Character-Auer-Jedem-Vierten-Donnerstag Modus? (Z.B. diese halb-doofen Modi die dem VIC Chip seine Vielseitigkeit verleihen). Es gibt eigentlich keine nicht untersttzten Modi, wie einen versteckten Modus, also so einen, von dem der Entwickler nichts wute, das wird ja sonst von den Entwicklern immer ausgeschlachtet. Bil P.S. Hat schon mal jemand den 8510-HERD erwhnen hren? Speziell betriebener Chip (48 Pins!), was zur Entwicklungszeit des C128 fr Entwickler so ter wie Gold war. 12-Jan-93 19:28:05 Demnchst auf einem Terminal in Ihrer Nhe ... die gar granvolle Moritat des Chips, der fast CES (und mit ihm den C128) ruiniert htte. Erleben Sie die Schande und den Horror, ein Chip Designer bei Commodore whrend der "Hexenjagd" zu sein! Sehen Sie den Ausdruck auf den Gesichtern der Manager, als Sie erkennen, da Ihr Bonus auf dem Spiel steht! Hren Sie das jmmerliche Wehklagen der Programmierer, wenn sie fr nichts und wieder nichts geprgelt werden! Haben Sie teil am Erlebnis, ein Hardware-Ingenieur zu sein ... der den Gang runter luft auf der Suche nach einem Programmierer, den er (fr nichts und wieder nichts) prgeln kann. Lernen Sie auf japanisch zu sagen: "Dise CHIP kranke Hund!" Finden Sie heraus, wie verunstaltet der 80 Zeichen-Chip wurde und wieviele UNSAUBERE Korrekturen ntig waren, um diese entscheidende Show in Vegas am 6. Januar zu schaffen. (Weihnachten,... was fr Weihnachten?). . Auer es interessiert niemanden ...... :) Bil 14-Jan-93 15:37:59 Das ist der erste von vielen Teilen, der um umd um ging in unserem ersten verrckten Sturzflug, mit dem wir die CES Show schaffen wollten. Ich wei nicht einmal mehr, welches Jahr wir hatten. Der 8563 war ein berbleibsel des Z8000 basierten C900 (die "Z" Maschine, wie wir sie nannten). Die Leute, die daran arbeiteten, wurden "Z-people" genannt, die Kneipe, wo sie hingingen, wurde "Z-Lounge" genannt und ... naja, Ihr versteht schon, was ich meine. Das interesanteste, was dabei herausgekommen ist, auer einem Disk Controller, der bei jeder Gelegenheit und jedem Schreibzugriff eine Benutzereingabe erwartete, auf welchen Sektor man denn zu schreiben gedenke, war, da sie die Mbel aus der Lobby klauten und einen eigen Aufenthaltsraum einrichteten, den sie als VAX Reparatur-Depot tarnten. Das hat uns so amsiert, da wir sie eine Woche lang nicht aufgezogen haben. (Aber ich schweife schon wieder ab ...) Also, das allererste Konzept des C128 basierte auf dem D128, einem auf dem 6509 basierenden Wesen (Buuh!! -... Pfeiffff!). Die Ingenieure des Projekts haten einen VIC Chip auf den sonst monochromen (6845 basierten) aufgepfropft im Versuch, der sonst etwas drgen Maschine ein bichen Farbe angedeihen zu lassen. Da sich niemand eine C64-Kompatibilitt vorstellen konnte, hatte auch niemand in dieser Richtung gedacht. Ich kam gerade von der Fertigstellung des PLUS 4 (bevor Sie diese granhafte Software hineingebastelt hatten) und obwohl ich alles getan hatte, was von mir verlangt worden war, war ich mit dem Ergebenis alles andere als zufrieden und beschlo, die nchste Maschine zu _irgendetwas_ kompatibel zu machen, statt noch eine inkompatible CBM Maschine zu schaffen. (Ich werde nicht auf das "Ja, Virginia, es gibt Kompatibilitt" Memo eingehen, das ich geschrieben habe und ber das die Anwlte noch Jahre spter immer noch schmunzelten, es soll gengen, klarzustellen, wie meine Meinung zu Produktionsstrategien aussah.) In der Konseqnz wurde mir gestattet/angewiesen, meine Sprche in Geld umzusetzen und ich bernahm das C128 Projekt. Ich sah mir die existierenden Plne an und begann dann mit einem nen Entwurf auf C64-Basis. Der Manager der Chip-Gruppe kam zu mir und bot mir ihre Farb-Version des 6845 an, falls ich Interesse htte, es knnte auf jeden Fall rechtzeitig gemacht werden, da man schon seit eineinhalb Jahren daran arbeite ... und damit beginnt unsere Geschichte .. (Fortsetzung folgt) 16-Jan-93 19:06:28 Wenn ich zurckblicke, erkenne ich, da die Ursache einer Reihe von Problemen mit dem 8563 war, da es _fr_ den C128 entwickelt wurde und da die IC Designer nicht in dem Ma an der Applikation ihres Chips Anteil hatten, wie die anderen Designer. Die VIC und MMU Designer interessierten sich aktiv dafr, wie ihre Chips eingesetzt wurden und wie das System im Verhltnis zu ihrem Chip funktionierte. Ich bersah die das Wirrwarr, wie der 8563 spezifiziert war, was mich spter noch verfolgte. Zum Beispiel wurde erklrt, da gebe es dieses Block Transfer Feature um Zeichen zu bertragen fr Aktionen wie Bildschirm-Scrolling. Cool, .. sowas brauchten wir. Spter stellte sich dann heraus, als dieses Feature endlich funktionierte, da es nur fr 256 Zeichen taugte. 256 Zeichen in einem Rutsch. 256 Zeichen in einem Rutsch?? Ich hrte nie auf daran zu denken, da man wohl fragen msse, ob dieses Feature nicht semi-nutzlos war, weil nicht mehr als 3 1/2 Zeilen gleichzeitig bewegt werden konnte. Spter wurde ein Bug bei diesem Feature fast ein echter Show-Stopper durch ein ernstes Problem, das sich pnktlich beim Aufbau auf der Show in Vegas einstellte. Aber ich greife den Dingen vor. 16-Jan-93 19:06:50 Ich war auch der Meinung gewesen, da dieselben Betriebsparameter gelten wrden, wie fr den 6845, einen verbreiteten Grafikchip. Da ich statt wie sonst den Chip nicht auf Timing Unterschiede untersuchte, wie ich es bei einem nen Chip normalerweise gemacht htte, war ein weiterer Fehler. Das Haupt-Timing zeigte an, in welcher Geschwindigkeitsklasse man war, und das hatte ich berhaupt nicht gecheckt. Ich mu den schwarzen Peter dafr wohl nehmen, denn so einen Fehler macht normalerweise nur ein Amateur. Vielleicht war ich an dem Tag in Eile :) Es stellte sich heraus, da bei der Behandlung der Schreib-Lese-Leitung grere nderungen gemacht worden waren. Als ich deswegen gefragt wurde, SEHR spt im Entwurfszyklus, etwa whrend der Produktion, als das Problem aufkam, sagte man mir: " Vergessen Sie nicht, der Entwurf war fr den Z8000 gedacht" ???!!!! ????!!!! Sie htten den AUsdruck auf meinem Gesicht sehen sollen! Abgesehen davon, da der Z8000 lange schon tot war und wir 6 Monate lang versucht hatten, dieses verdammte Ding im C128 einzusetzen, nun will man mir erzhlen, Sie htten es nicht so entworfen, wie wir es seit 6 Monaten einsetzen? Es war meine Schuld, ich htte fragen mssen: " Soll das so funktionieren, wie wir es verwenden?" :/ Versteht mich nicht falsch, der Designer war SEHR helle, er hatte Patente fr einige der Zellen des Motorola 68000s. Es war nur, da der Chip in Verbindung mit anderen Chips arbeiten mute und hier lagen einige der Probleme begraben. Unsere Geschichte beginnt bei Revision 0 des Chips.... (was is das..... geht nicht.... OK,) Unsere Geschichte beginnt, als Rev 1 des Chips sein Debut gibt und ...... (entschuldigen Sie mich fr einen Moment.....) Unsre Geschichte beginnt als Rev 2 des Chips sein Debut gibt..... Vergebt mir die sporadische Art dieser Anfgungen. Also, wo war ich ... oh ja, ... Es war irgendwann im September( soweit mein Gehirn das noch zusammenbringt, als wir 8563 Silicium erhielten, das man in ein System einban konnte. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was alles an diesem Chip kaputt war, aber eines gab es, was uns zu schaffen machte: gelegentlich pflegte der Chip einfach ... so richtig bel... hochzugehen, sich aufzuwerfen und dann ganz bse zu stinken.... Aber das taten ja alle C128 prototypen so mehr oder weniger regelmig, da es ja keinen speziell angepaten Silicium Chip gab, nur groe Platinen an der Stelle, wo spter mal diese Spezialchips hinkommen wrden... aber man kann doch mit der Software-Entwicklung fr ein System nicht darauf warten, bis es fertig ist. Ich glaube nicht, da irgendeiner der "Tiere" dem wirklich Beachtung schenkte, bis die nchste Revision erschien und jetzt mit weniger anderen Problemen "schien" das Hochgehen betonter. Auerdem wurden die Prototypen _fast_ jeden Tag solider. (Ich wute schon, da die Programmierer einen nen Prototyp hatten, wenn ich das Gerusch des Kltesprays aus ihren Bros hrte ... spter stellte sich dann meist heraus, da sie gar keine Boards einsprhten, sondern nur eine Art "Harware Engineer Lockruf" absetzten. Manchmal war alles, was ich tun mute, die Platine mystisch anzufassen und mich dann langsam zurckzuziehen, manchmal mit einer Art Ritual aus beschwrendem Singsang und Summen. Das wurde bekannt als das sogenannte "Handauflegen". Das funktionierte immer, bis auf einmal, und das war dann, als ich selber die Stromversorgung geklaut hatte, ohne ihnen Bescheid zu sagen .... Wenn irgendjemand anders erwischt worden wre, wie er mit "mit meinen Jungs" Scherze treibt, htte man ihn an mit Klebeband ber einem Schrank angebunden und dann die Kiste unter ihm weggetreten, so da er dort oben hngenblieb, bis er sich irgendwie selber rausschlen konnte, aber das steht auf einem anderen Blatt.) WIE AUCH IMMER, als dieses Problem bei der Revision 4 (glaube ich) immer noch auftrat, machten wir uns Sorgen. Zu diesem Zeitpunkt war es, da das einzige und erschreckendste Statement aus der IC Design Abteilung kam, das zustndig war fr die '63. Dieses Statement gipfelte in "statistisch gesehen gibt es immer die Mglichkeit, da Schreib- oder Lesezyklen (wegen Sychronstrungen) fehlerhaft verlaufen. Synchronstrungen treten auf, wenn zwei Gerte mit unterschiedlicher Taktrate betrieben werden, hier der VIC Chip und von da der Rest des Systems liefen mit einem 14,318 MHz Quarz und der 8563 luft mit einem 16MHz Oszillator. Jetzt stellt Euch mal vor, Ihr geht mit vollbepackten Armen auf eine sich bewegende Drehtr zu und Ihr schaut nicht hoch, bis Ihr wirklich durch die Tr mt. Man kommt ohne Kratzer durch, wenn das Timing per Zufall genau gestimmt hat, oder man schafft es gerade so, wobei ein paar Pakete runterfallen (synonym zu Datenverlust) oder wenn es wirklich schief luft, kommen einige Pakete durch, man selber bleibt aber auf der Strecke auf der anderen Seite der Tr (synonym zu einem komplett fehlgeschlagenen Schreibversuch). Was ich nicht kapierte, da er meinte, weil es eben immer eine Mglichkeit des Fehlschlagens gab, hatte er nicht die mindeste Absicherung gegen Synchronisationsstrungen getroffen. Es ist MEIN FEHLER - ich hatte nicht gefragt: "Was ist die volle Bedeutung Ihrer Bemerkung?", dann htte ich eher herausgefunden, da es KEINE Absicherung gab. Wie sich herausstellte, fllt der 8563 statt alle 3 Jahre einmal (fr Commodore knnte man damit sehr gut leben!) jede Sekunde etwa drei mal aus! In anderen Worten, wenn man versuchen wrde, den Font auf einmal zu laden, wrde man ihn jedesmal hochjagen! Der IC-Designer weigerte sich bis etwa Mitte Dezember (noch 2-3 Wochen bis zur CES!) das zu glauben, da "der Chip im Labor das nicht tat". Schlielich sagte ich: "Zeigen Sie's uns!" und fhrten den ganzen Rattenschwanz (mit Fackel und Pickel, so richtig unheimliche Szenerie) hinunter ins Labor. Es stellte sich heraus, da sie niemals die momentane Revision des Chips je getestet hatten (zwei Revisionsnummern alt) sie testeten ihn in den Grundfunktionen, da er jedesmal "abrauchte", wenn sie ihn mit Systemgeschwindigkeit betrieben (Nein %^$#%$# Sherlock. Das wollten wir Ihnen ja darnd mitteilen.) und sogar dabei machte das Ding gelegentlich Pfusch und der Entwickler griff nach der Resettaste und sagte, da gelegentlich mal was schiefginge. Da ich einer von den "Tieren" bin, mit hochgetunten Reflexen vom Programmierer-rgern, konnte ich seinen Arm mitten in der Luft abfangen, bevor er den Resetschalter erreichte, mit dem eklatanten Beweis dort auf dem Testbildschirm. Einer aus der Meute war ihr Chef und (ich hatte mit zwei Entwicklern abwechselnd gesprochen, aber die waren austauschbar) endlich fiel das erlsende Wort "REPARIEREN SIE DAS!". Ein Pyrrhus-Sieg, da es nur noch zwei Wochen bis zum groen Einpacken fr die Show waren und da waren schlielich noch 4 oder 5 andere grere Probleme (Spter mehr dazu) mit dem Chip und KEINE Mglichkeit fr eine weitere Maske. Es war offensichtlich, da, wenn wir zur CES gingen, wir etwas mitbringen muten. Wie Josey Wales sagte, "Das ist der Zeitpunkt, wenn Du rabiat werden mut, ... ich meine absolut volles Rohr, waaahnsinnig rabiat". Und wir wuten, was zu tun war. Gedankenblitz - gerade fiel mir ein, als wir das herausgefunden hatten, da es keine Interruptvorrichtung im 8563 gab. Ich erinnere mich, wie geduldig der Entwickler war, als er sich mit mir hinsetzte, um mir zu erklren, da man keinen Interrupt vom 8563 brauche, der anzeigt, da eine Operation abgeschlossen ist, da man den Status JEDERZEIT durch Anhalten jeder gerade durchgefhrten Operation kontrollieren knne (immer und immer wieder) und sich dann die entsprechenden Register ansehen knne, (auch wenn das Bankumschaltung bei Ein- und Ausgaben bedeutet) oder in einer Schleife immer wieder die Ergebnisse einer Operation in den Registern zu beobachten ( was knnte den sonst Bedeutendes im System passieren, auer, da man mit dem 8563 kommuniziert?). Unser "Running Gag" war, man brauche ja keine Klingel am Telefon, da man ja "JEDERZEIT" den Hrer abnehmen knne und nachsehen, ob jemand dran sei! Oder noch besser, man sitzt den ganzen Tag am Schreibtisch und hebt immer wieder mal ab. Sogar in den hitzigsten Diskussionen gab es immer wieder jemand, der sich entschuldigte, zu irgendeinem Telefon ging und den Hrer abnahm, um nachzusehen, ob jemand dran war. Damit wurde zur Klrung zwar nichts beigetragen, aber wir hatten stundenlang unseren Spa. Die Eigentmer der Kneipe am Ort wunderten sich, welche Fixierung die Jungs von Commodore auf den Mnzapparat hatten. Sei es wie es sei .. zurck zu den Problemen, die den 8563 plagten. Anfang Dezember passierten eine Reihe Dinge. Das Design war gendert worden, um einen Rckflu-Generator (back-bias generator??) zu untersttzen. Dieses Ding wird im allgemeinen benutzt, um die Stromaufnahme zu reduzieren, und den Chip zu beschleunigen. Nun, irgendwas war wohl schief gelaufen, der Chip wurde schlechte. Das zweite, was passierte, war, da beide Entwickler in Urlaub gingen. Nichts dagegen einzuwenden aus meiner Sicht 8-9 Jahre in der Zukunft, aber damals konnten wir nicht verstehen, wie solche Leute an einem kritischen Projekt arbeiten knnen. Oder vielleicht gewhnte ich mich schon daran, das Thanksgiving Dinner aus Alufolie auf einer Werkbank im Labor einzunehmen. Weihnachten bestand darin, fr einige Stunden in einem Haus in der Nhe vorbeizuschan auf dem Weg nach Haus. Wie dem auch sei, die Chips konnten keine soliden Zeichen mehr darstellen. Die ersten paar Zeichen jeder Zeile fehlten entweder ganz, oder rissen aus, bis das Ding warm wurde. Danach waren sie ganz weg. Auch fiel die Ausbeute der soweit funktionstchtigen Chips auf etwa 3 oder 4 bei der letzten Halb-Charge. Eine Halb-Charge bei MOS kostet zwischen $40,000 und $120,000. Ziemlich teure paar Chips. Das andere Problem dart etwas zu erklren, aber zrst eine Geschichte .... Zurck zu der Zeit, als TED (der Plus4) verstmmelt, dezimiert und (pardon) zugeschissen worden war, entschied das Management, ein letztes Mal zuzuschlagen. "TED mu sprechen" kam die Losung und die besten Kpfe der Industrie wurden gesucht... Wir hatten eigentlich zwei der bekanntesten Konsumer-Sprachbaustein-Experten, die Typen, die den "TI Speak and Spell" entworfen hatten, arbeiteten vom Commodore Bro in Dallas aus. Sie bauten einen Spezialchip um dem Prozessor einen Satz von Sprachbefehlen zu verpassen. Sie definierten die Befehlsregister "open loop", also ohne Feedback der Systementwickler (UNS). Es gab ein Register, in das man eine Anforderung fr eine Transaktion schrieb. Um TATSCHLICH den Transfer anzufordern, schrieb man den gleichen Wert noch einmal. Wir nannten es das "do it, do it now"-Register oder die "come on pretty please" Anforderung, oder, mein Lieblingsausdruck, "diese #$%&@ TEXAS Register". Jedenfalls hatte der 8563 auch noch ein Problem, bei dem der 256 "bite" Transfer nicht immer ordentlich funktionierte, wobei ein Zeichen zurckblieb. Das hatte schlielich zur Folge, da zufllige Zeichen den Bildschirm aufwrts scrollten. Um das also zu rekapitulieren: Anfang Dezember hatten wir einen Chip mit 0.001 % Ausbeute, die linken Spalten funktionierten nicht, wann immer ein einzelnes Pixel dargestellt werden sollte, sah man es nicht, der halb unbrauchbare Blocktransfer funktionierte nicht, die Stromaufnahme mute fr jeden einzelnen Chip eingestellt werden und er ging hoch, bevor die Fonts geladen waren, auer man lie sich 10 Sekunden Zeit dazu, dann ging er nur manchmal hoch. Die Schuldzuweisungen flogen nur so von einem zum andern, (die Systemtype htten sagen mssen, da sie funktionierende Chips haben wollten) wobei eine Abteilung gegen die andere baggerte, was trausrig war, da die anderen hart arbeitenden Chip designer kleine wunder vollbracht hatten, um ihr Zeug rechtzeitig fertig zu haben. In den Augen der Manager war langsam so etwas wie der gehetzte Ausdruck der Hasen beim Herannahen von MACK-Trucks zu erkennen, einige fingen an zu trinken, einige lasen laut Gedichte und bei den schlimmsten waren gewhnlich beide Symptome auf einmal zu beobachten. Was uns von diesen Macken am liebsten war, war, wenn sie sich in ihren Bros verschanzten. Es ging das Gercht, die Topfpflanze in der Lobby stehe bereit fr einen aus den mittleren Management-Positionen. Das Verprgeln der Programmierer hatte gerade Hochsaison, um ber Nacht ins Nichts abzustrzen, da nicht einmal das die wachsende Spannung verdrngen konnte. Ein Sprinklerkopf war geplatzt und hatte Computerequipment im Gang eingeregnet. Das gesamte Ingenieursteam versammelte sich und sahen zu, wie sich $100,000 an Equipmentwert mit Wasser vollsaugte, die Gesichtsausdrcke waren jenen sehr hnlich, die man beobachten kann, wenn die Umstehenden bei einem scheulichen Autounfall ihre Augen von dem nachfolgenden Blutbad nicht abwenden knnen. Ich kann ehrlich sagen, da es mir nicht ernsthaft klar wurde, da wir zur CES nicht fertig werden wrden, denn wenn das so gewesen wre, htte ich vielleicht der Versuchung nachgegeben und mich in meinem Bro versteckt (Telefon abheben, testen und so). Es gab einfach zu viele Probleme um nachzudenken ber die Wenns. Nchstes Mal (hoffentlich) werde ich versuchen, die ganzen Probleme und Antworten zusammen zu bringen und zu erklren, warum ich die deplazierte TED-Geschichte nicht mehr weiter erzhlt habe. 30-Jan-93 19:27:11 Nicht ein einziger Custom Chip ( die 8510 CPU vielleicht ausgenommen) , funktionierte vollstndig, als wir schon Anfang Dezember schrieben. Die MMU hatte ein Problem, da Information aus der oberen 64-Bank in die untere einsickerte. Schuld daran war zum Teil eine Verwechslung bei den verschiedenen Revisionen der der "Layer" ( = Leiterbahnebenen ), die beim Herstellen von Chips verwendet werden. Bei diesem Chip war auf magische Weise ein lterer "Layer" aufgetaucht, wobei alte Probleme zurckkehrten. Dummerweise hatte man diese Leiterbahnschicht benutzt, um ein neres Problem zu beseitigen, so da wir keine Mglichkeit hatten, ALLE Probleme auf einmal zu lsen. Dave D'orio (womit ich beginne, ein paar der ungenannten Namen zu erwhnen) vollbrachte groartige Leistungen, die meisten der Leistungen beim Entwurf des Schaltkreises zusammenzubringen. Ich sa mit Dave in einer Bar, wo wir natrlich ber die Arbeit redeten, als er pltzlich erkannte, wo der Hund begraben lag. Er hatte an diesem Tag den fehlerhaften MMU-Chip unter dem Mikroskop angesehen. Spter am abend, unter dem Einflu einiger Drinks, "entwickelte" sein Gehirn das Bild, das seine Augen vorher aufgenommen hatten und er erkannte, da ein lteres "Layer" ins Design geraten war. 30-Jan-93 19:49:06 Es war nicht das erste Mal, da an diesem Bartresen Probleme angesprochen wurden. (The Courtyard.... wenn Sie je David Letterman gesehen haben, wo der Typ den Ventilator mit der Zunge anhlt, das war der Bartender von dieser Bar.) Die PLA hatte ein Problem, als meine Gruppe eine Aufstellung der einigen hundert Ausdrcke angefertigt hatte, die die verschiedenen Betriebsparameter enthielt. Nun, der von der PLA beauftragte Entwickler nutzte die Gelegenheit, um bei dieser Revision eine nderung in den Chip einzuschmuggeln, ohne da er es bekanntgab, da er etwas gendert hatte. Als die nderung durchkam, wurde dadurch einer der Layer seitlich verschoben und schlo dadurch die Eingnge kurz. Sie htten das Bild sehen sollen, als der Vorgesetzte des Entwicklers laut verkndete, da die Hardware ja kaputtgehen habe mssen weil sein Ingenieur k e i n e nderung gemacht habe (das wre so gewesen, als msse man zugeben, da etwas "kaputtgegangen" wre). An der Art und Weise, wie das Gesicht des Entwicklers sich langsam rot verfrbte, konnte man sehen, da er eigentlich noch keine Mglichkeit gehabt hatte, seinem Chef mitzuteilen, d a s s er eine nderung gemacht hatte. Es gibt ein Sprichwort, da man jemand gerade soviel Seil gibt, damit er sich erhngen kann, nun, wir zahlten es ihm langsam, Stck fr Stck zurck. 30-Jan-93 19:53:45 Jedenfalls zurck zum 8563. Das erste Problem war relativ einfach zu beheben, vorausgesetzt, man gab keinen Deut auf seine Selbstachtung. Der Entwickler des 8563 erwhnte, da die BLOCK COPY Instruktion besser zu funktionieren schien, wenn man dieselbe Anweisung zeimal in dieselbe Zeile schrieb. Ich brachte ihn dazu, mir das in der ffentlichkeit zu erklren, hauptschlich durch die Aggression verursacht, die ich entwickelte, wenn die Sprache auf dieses spezielle Thema kam. Er erklrte mir ganz seelenruhig, da man in das Register schrieb und dann nochmal. Ich fragte "meinen Sie tu's und tu's jetzt?". "Genau", rief der Entwickler aus, da er glaubte, bei mir wre endlich der Groschen gefallen (Intel, zumindest entfalteten sich seine Augen). "Etwa so hnlich wie ein 'come on pretty please' Register?" fragte ich auf meine unschuldigste Art und Weise. "Naja, sowas hnliches", erwiderte er, wobei sich Zweifel in seine Stimme eizuschleichen begannen. "Sie sind nicht zufllig aus Texas?" fragte ich mit einem Gesicht, das als die Definition von ernsthaft gelten konnte (gesprochen mit der gewinnenden Stimme des Mchtegern-Werberegisseurs einer Fernsehsendung). "Ja das stimmt", antwortete er. Machen Sie sich bitte klar, da sich inzwischen ein Ausflauf gebildet hatte, der arme Kerl begriff nie, was so furchtbar komisch war, aus Texas zu kommen, oder was ein '#$%&@ TEXAS Register' war. 30-Jan-93 19:53:50 Dieser 'Bugfix' hat tatschlich irgendwie funktioniert, das einzige Problem war, da niemand dem freien Entwickler (Von Ertwine) des CP/Ms zuhause davon etwas mitteilte. Dieser hatte vorausschauend beschlossen, nicht allen Revisionen des 8563 zu folgen, statt dessen fixierte er sich auf eine halbwegs funktionierende Revision 4 und behielt sie zum Entwickeln der Software. Spter fanden wir heraus, da Von, damit der Chip richtig funktionierte, die kleine Metallkappe seines Heiluft-Popcornmachers abnahm und ihn mit einem Eiswrfel darin auf den 8563 plazierte. Er erreichte damit etwa eine halbe Stunde Betriebszeit pro Wrfel. Bei und begannen sich Plne abzuzeichnen, wie wir ganze Kanister von Kltespray mit Fuschalter-Aktivierung fr die CES hordeten. "Funken??? ich sehe keinen Funken". Also, keiner erzhlte Von irgendwas davon, ... aber keine Angst, er hat es erfahren, - am Tag vor dem Aufbau zur CES in Las Vegas. Deutsche bersetzung: Helmut Jungkunz